Polverones und Mantecados gehören insbesondere in Südspanien zum traditionellen Weihnachtsgebäck. Es handelt sich um schweres, weiches und recht krümeliges Schmalzgebäck aus Schweineschmalz, Mehl, Zucker, Milch, Mandeln und Nüssen.
Dieses weihnachtlichen Schmalzgebäcke lassen sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen, ihre genau herkunft ist jedoch ungewiss. Eine Theorie besagt, das Gebäck stamme us dem Osten Spaniens, der sogenannten Levante, nicht zu verwechseln mit den Ländern des östlichen Mittelmeers. Das kommt daher, da Polverones und Mantecados den griechischen Kourabiedes ähneln sollen, was wiederum davon herrühren könnte, dass die spanische Levante in vorrömischer Zeit enge Handelsbeziehungen zu Griechenland unterhielt und teilweise sogar unter griechischer Herrschaft stand. Die Griechen gründeten auch einige heutige noch bestehende Städte im heutigen Spanien, etwa Roses und Emporion im heutigen Katalonien.
Eine weitere Theorie geht von Andalusien als Heimat der Polverones und Mantecados aus, denn beide Gebäcke sind dort erstmals nachweisbar. Zudem nehmen die beiden andalusischen Städte Antequera (Provinz Málaga) und Estepa (Provinz Sevilla) für in Anspruch, die Ursprungsorte von Polverones und Mantecados zu sein.
Worin unterscheiden sich die beiden Gebäckarten? Nun, der Unterschied ist gering, macht aber so viel aus: Während Polverones mit Mandeln hergestellt werden, sind in Mantecados keine Mandeln enthalten. Polverones haben eine ovale bis längliche Form und sind oft mit Puderzucker bestäubt. Mantecados dagegen sind eher rund.
Beide zeichnen sich durch ihre vielfältigen Verzierungen aus: Würzmittel wie Zimt, Sesam, Puderzucker (meist nur Polverones), Zitronenschale oder Rohstoffe wie Wein, Mandeln (als Verzierung und nicht im Teig), Schokolade und geröstetes Mehl.
Urprünglich waren nur Polverones über die Grenzen Andalusiens hinaus verbreitet, da Mantecados nicht transportiert werden konnten erst Micaela Ruiz Téllez, auch La Colchona genannt, entwickelte 1870 ein spezielles Trocknungsverfahren, durch das sich auch Mantecados trasportieren ließen. Seitdem haben sie sich im gesamten spanischsprachigen Raum verbreitet.
Der Name Polverones stammt von der bröseligen Konsistenz dieses Gebäcks. Selbst wenn der keks vorsichtig angefasst wird, zerkrümelt er sehr leicht zu Staub. Auf Spanisch bedeutet „Staub“ polvo und von diesem Begriff haben die Polverones ihren Namen.
Hier ein Rezept für Mantecados. Und hier ein Rezept für Polverones (herunterscrollen, dann rechts anklicken). Auf derselben seite befindet sich auch ein Rezept für die bereits am 2. Dezember vorgestellten Turrones. Weitere Rezepte für Polverones, u.a. mit einem aus Mexiko, sind hier zu finden.
Mantecados haben auch eine eigene (spanischsprachige) Website.
Polverones und Mantecados sind auch in Hispano-Lateinamerika und auf den Philippinen verbreitet.
