2. Türchen: Turrón

Zu Weihnachten gibt es in Spanien (und auch in Portugal) eine ganz besondere Süßigkeit: Turrones (Einzahl: Turrón). Diese Form des Weißen Nougats (auch als Türkischer Honig bekannt) wird häufig in der Mehrzahl turrones verwendet und aus Eiklar, Honig, Mandeln und Zucker hergestellt. Es gibt verschiedene Geschmacksrichtungen, etwa mit Nougat, kandierten Früchten, Erdnüssen, Eigelb oder Schokolade. Zudem wird zwischen „weichen Turrones“(aus Öl, Honig, Zucker, Ei und gemahlenen Mandeln) und „harten Turrones“ (aus ganzen Mandeln in einer Masse aus Ei, Honig und Zucker) unterschieden.

Ursprünglich stammen die Turrones aus dem arabischen Raum. Bereits zur Zeit der Mauren in Spanien Bildeten Honig und Mandeln die Grundlagen vieler Süßigkeiten, etwa auch dem Marzipan. Diese arabische Tradition hat also die sogenannte Rückoberung, die „Befreiung von den Mauren“ überlebt. Erste schriftliche Hinweise darauf gibt es bereits 1541 im Werk Los lacayos ladrones des Dramaturgen Lope de Rueda.
Seit dem 16. und 17. Jahrhundert ist das Handwerk der Turrón-Herstellung insbesondere in Alicante und Xixona (Span. Jijona, in der Provinz Alicante gelegen) verbreitet. Beide Städte sind für ihre Turrones bekant – und auf sie geht auch die Unterscheidung zwischen „harten Turrones“ (aus Aliacante, turrones de Alicante oder turrones duros) und „weichen Turrones“ (aus Xixona, turrones de Xixona/Jijona oder turrones blandos) zurück. Turrón de Alicante bzw. Turrón de Jijona wurde mittlerweile zur Schutzmarke, sodass Turrones, auf deren Verpackung der jeweilige Schriftzug aufgedruckt ist, auch aus der jeweiligen Stadt kommen.

Bis heute werden in beiden Städten Turrones hergestellt, allerdings nicht nur hier, obwohl Xixona und Alicante am bekanntesten sind.
Varianten der Turrones sind etwa der Turrón de Agramunt (besteht aus einer Masse aus Honig, Zucker, Eiklar und ganzen Mandeln) oder der runde Turrón de Cherta (aus Haselnüssen oder Mandeln, Honig, Eiklar und Zucker).

Auch außerhalb Spanien gibt es Variäten der Turrones. So existiert in Perú der turrón de Doña Pepa, das traditionell mit dem Fest Señor de los Milagros (Dt.: „Der Herr der Wunder“) in Lima zusammenhängt und am 18. Oktober stattfindet. Hierbei handelt es sich um drei oder mehr in Honig getauchte Mehlstäbchen, die mit kleinen Süßigkeiten verschiedener Form und Größe dekoriert sind. Diese Stäbchen sind ähnlich den Klötzchen im Spiel Jenga angordnet.
In Frankreich gibt es Nougat, eine Süßigkeit, die dem spanischen Turrón geschmacklich und dem Aussehen nach ähnelt, der Montélimar-Nougat.
In Italien und der Schweiz wird torrone gegessen und in Dänemark fransk nougat.
Auch in den arabischen Ländern sowie Israel ist eine dem Turrón ähnliche Süßspezialität gegessen, Halva

Spanien ist der größte Hersteller und Exporteur von Turrones und Marzipan.

Turrón in verschiedenen Sprachen:
– Deutsch: Türkischer Honig oder Weißer Nougat
– Katalanisch: torró
– Portugiesisch: torrão
– Italienisch: torrone
– Französisch: touron
– Dänisch: fransk nougat

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