21. Türchen: Der Olentzero

Heiligabend rückt immer näher. und während sich Kinder in Nord- und Mitteleuropa, in Amerika und anderswo auf den Weihnachtsmann oder das Christkind freuen, warten baskische und navarrische Kinder gespannt auf den Olentzero.

Wer ist der Olentzero? Er ist eine Person der Weihnachtstradition im Baskenland und im angrenzenden Navarra, ein Köhler, der den Kindern je nach Region zwischen dem 24. und 31. Dezember Geschenke bringt. Der aufmerksame Leser dieses Adventskalenders wird bei „Köhler“ gestutzt haben und tatsächlich hat der baskische Olentzero Ähnlichkeit mit dem Apalpador aus Galicien. In beiden Fällen handelt es sich um einen Köhler mit Bart und Pfeife, der in den Bergen lebt. Er steigt zur Wintersonnenwende aus Bergen herab und bringt unartigen Kindern statt Süßigkeiten oder Spielzeug schlicht Kohle (und keine Rute wie Knecht Ruprecht).

Der Ursprung

Es wird vermutet, dass der Olentzero – auch Onenzaro, Onentzaro, Olentzaro, Ononzaro oder Orentzago genannt – auf die vorchristliche Zeit zurückgeht. In der sogenannten „alten Zeit“ wurde die Wintersonnenwende um den 21. Dezember herum gefeiert – eine Tradition, die sich im Baskenland bis heute mit Feiern ab etwa diesem Datum halten hat. Da passt der als griesgrämiger, schmutziger und durch Kohle geschwärzte Mann gut ins Bild. Zum anderen haben Köhler im Basken seit jeher eine besondere Bedeutung. Statt die baskischen Buchenwälder zu schlagen, werden nur die Spitzen geschnitten, was dazu führt, dass der Baum schnell und nachhaltig Holz produziert und somit ausreichend zur Verfügung steht. In früheren Zeiten wurde Holzkohle u.a. zum Schmelzen von Eisenerz aus den baskischen Bergen eingesetzt, sodass ständig Nachschub benötigt wurde. Heute gilt die Waldbewirtschaftung im Baskenland als nachhaltig, zumal an den Spitzen beschnittene Bäume deutlich älter werden als nicht beschnittene.

Die Entwicklung

Der Olentzero hat vom vorchristlichen Köhler bis hin zum Gabenbringer eine lange Entwicklung durchlaufen. Es wird angenommen, dass die Kirchen zu Zeiten der Christianisierung des Baskenlandes regionale Bräuche übernahm und in die eigene Religion eingliederte, sodass sich ein Synkretismus aus baskisch-navarrischen Bräuchen und christlichen Traditionen ergab. Die sich immer mehr herauskristallisierenden christlichen Elemente führten Edes des 20. Jahrhunderts schließlich zu einem Olentzero, der Elemente des Weihnachtsmannes bzw. des Papá Noel, der Heiligen drei Könige und des Jesuskindes auf sich vereinte und gespickt wurde mit vorchristlichen Komponenten wie etwa Kohlestücken statt Geschenken für unartige Kinder.

Die Eytmologie

Woher kommt aber der Name Olentzero? Darüber gibt es verschiedene Theorien. Die schlüssigste ist jene, es sich um eine Zusammensetzung aus den baskischen Wörtern onen (= gut) und zaro (= Zeit, Epoche) handeln könne, also onenzaro im Sinne von „gute Zeit, Zeit des Guten“.
Ebenso könnte sich der Begriff  von Onentzaro (= Epoche der Guten oder gute Zeiten) ableiten, einem Fest während der Wintersonnenwende, zu dem im 16. Jahrhundert Geschenke verteilt wurden.

Geklärt ist der Begriff Olentzero bis heute nicht. Aber was soll’s? Es lässt sich auch so hervorragend feiern und schenken.

Bis morgen!

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