Heute wird es kulinarisch. Wie jede gute Hausfrau widmet sich auch dieser Adventskalender dem Weihnachtsmenü bereits vor dem eigentlichen Fest. Und das ist auch gut so, denn es gibt einiges zu berichten.
Das klassische Weihnachtsmenü gibt es in Spanien nicht. Weit verbreitet ist zwar gebratener Truthahn, aber auch nicht überall. Gemeinsam haben alle Festessen, dass sie aus mehreren Gängen bestehen. Sie beginnen alle mit den typischen spanischen Appetithäppchen, den Tapas. Aber schon hier werden die Unterschiede deutlich, denn welche Tapas gegessen werden, variiert nicht nur von Region zu Region, sondern auch von Familie zu Familie. Typische Tapas sind z.B. Mejillones (Miesmuscheln), Almejas (Venusmuscheln, Aceitunas (Oliven), aber auch Jamón Serrano (Serrano-Schinken), Gambas (Garnelen), Tortilla (Eieromelett), Albóndigas (Fleischklößchen), Queso (Käse) und vieles mehr. Tapas sind unglaublich variantenreich.
Dann folgen der erste und der zweite Gang. Auch hier gibt es sowohl regionale als auch individuelle Unterschiede, was jeweils auf den Tisch kommt. Fisch und Fleisch sind gleichermaßen beliebt, es stehen gerne u.a. Lamm, Braten und Truthahn, aber auch Meerbrasse, Austern oder andere Meeresfrüchte auf der Speisekarte. Als Gemüse ist Rotkohl beliebt, wird jedoch auch nicht überall gegessen. Wie gesagt, das Menü wird sehr individuell zusammengestellt. Zum Essen werden gerne gute Rot- und Weißweine serviert, etwa aus der Rioja, einem der bekanntesten spanischen Weinanbaugebiete.
Auf die beiden Hauptgänge folgen der Nachtisch und später Kaffee (oder neuerdings auch immer mehr Tee). Die Nachspeise ist genauso vielfältig und farbenfroh wie die Hauptgänge – aber vor allem kalorienreich! Auch gilt wieder: jede Familie wählt einen eigenen Nachtisch, auch hier gibt es nichts, was im ganzen Land verbreitet wäre. Allerdings sind die Zutaten für die Nachspeisen recht ähnlich: Mandeln in allen Variationen, Zucker, Obst, Kakao, Pudding und Honig – Schleckermäuler finden hier ihr Eldorado. Gerne wird auch Selbstgebackenes aufgetischt, etwa Kuchen oder Kekse, in manchen Familien gibt es auch Eis, wieder in allen Varianten.
Zum Kaffee werden oft Turrones serviert, von denen ja bereits am 2. Dezember die Rede war. Wer den Blogbeitrag gelesen hat, weiß, wie vielfältig auch Turrones sind.
Der krönende Abschluss bildet Schaumwein. Zu Weihnachten wird, wie beim wein, gerne einmal eine gute Flasche geöffnet. Oft handelt es sich dabei um einen Cava aus Katalonien – Marken wie Freixenet oder Codorníu sind auch in Deutschland längst ein Begriff geworden.
Wer bis hierher gelesen hat, wird es ahnen: Der weihnachtliche Festschmaus dauert in Spanien oft mehrere Stunden. Aber zu Weihnachten darf man es sich gut gehen lassen, oder?
Bis morgen!
