Heute geht der Adventskalender in die Nachspielzeit. Da die Weihnachtszeit in Spanien ja bis zum 6. Januar geht, wird auch dieser Adventskalender bis dann verlängert.
Der 25. Dezember ist der Weihnachtstag, der in ganz Spanien gilt und überall im Land ein Feiertag ist. Der 26. Dezember ist nur in einigen Teilen des Landes, etwa Katalonien, ein weiterer Feiertag, im übrigen Land wird wieder gearbeitet. Der Weihnachtstag heißt auf Spanisch La Navidad del Señor, auf Deutsch in etwa „die Geburt des Herrn“. Auch die Bezeichnung Pascuas de Navidad ist gebräuchlich. Wer etwas Spanisch kann, wird sich direkt an ein anderes Pascuas erinnert fühlen, nämlich Ostern. Nun, indirekt hängt auch das eine mit dem anderen Wort zusammen, zumindest in linguistischer Hinsicht. Denn Pascuas hat die Bedeutung von „wichtiges Fest“, eine Übersetzung, die in vielen Wörterbüchern fehlt. Daher bedeutet Pascuas de Navidad in etwa „Wichtiges Fest der Geburt“, natürlich auf Jesus Christus gemünzt. Zum Vergleich, es gibt auch Pascuas de Pentecostés, womit Pfingsten gemeint ist.)
Der Weihnachtstag wird eher ruhig und meist in Familie begangen. Für Katholiken, zumindest den gläubigen, ist an diesem Tag der Kirchgang Pflicht. Wie am Heiligabend auch wird wieder ein großes Festmahl aufgetischt, das erneut so variantenreich und von Familie zu Familie unterschiedlich ist wie tags zuvor. Gemeinsam ist allen Familien jedoch, dass das Festessen üppiger ausfällt als im Alltag – Festessen eben. Es setzt sich auch zunehmend durch, an diesem hohen Feiertag auswärts im Restaurant zu essen.
Am Weihnachtstag wird in vielen Familien (noch) gesungen – spanische Weihnachtslieder hatte ich ja bereits vorgestellt. In diesem Zusammenhang verweise ich noch auf das ursprünglich katalanische Weihnachtslied Fum, fum, fum (Rauch, Rauch, Rauch – mallorquinische Version der Gruppe Música Nostra und hier eine Version der amerikanischen Gruppe Mannheim Steamroller). Es gibt auch Übersetzungen ins Englische, Deutsche oder auch Spanische.
Das Singen und der Kirchgang nimmt in den nachfolgenden Generationen ab. Jüngere Leute verbringen Weihnachten auch gerne mit der „Wahlfamilie“, sprich den Freunden. Interessanterweise kehren viele, wenn sie dann selbst Kinder haben, wieder zu den traditionellen Bräuchen zurück und geben diese an den eigenen Nachwuchs weiter.
Bis morgen!
