35. Türchen: Die Weisen aus dem Morgenland

„Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: ‚Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.‘“ (Mt. 2)

So beginnt die biblische Geschichte zu den drei heiligen Königen in der Bibel, im 2. Kapitel des Matthäus-Evangeliums. Sie sind der Grund, warum es in Spanien traditionell erst am 6. Januar Geschenke gibt. Es wird gesagt, sie seien am 24. Dezember, am Geburtstag Jesu, losgezogen und wären schließlich am 6. Januar angekommen, um ihre Geschenke zu überbringen.

Um die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag zu überbrücken, insbesondere für die Kinder, nehmen viele Spanier wieder die für die spanische Adventszeit so wichtige Krippe zur Hilfe. Die in den Krippen ebenfalls dargestellten heiligen drei Könige, werden ab dem 24. Dezember jeden Tag ein Stück näher an die Krippe gerückt, bis sie sie am 6. Januar schließlich erreicht haben. Dadurch wird der Weg der Könige spielerisch nachgezeichnet und zudem die Zeit bis zu den Geschenken verkürzt.

Doch dieses heranrücken hat auch eine christlich-religiöse Bedeutung, denn der 6. Januar gilt auch als Epiphanias, als Erscheinen Jesu, woran die Heiligen drei Könige oder Weisen aus dem Morgenland ihren Anteil hatten. Denn sie sind die ersten „Ausländer“, welche das Jesuskind sehen und als christlichern Retter anerkennen – siehe das Zitat am Anfang dieses Beitrags.

Übrigens: Im ursprünglich griechischen Text des Matthäus-Evangeliums werden die heiligen drei Könige als Μάγοι, Magoi (wörtlich „Magier“) bezeichnet. Die „Könige“ sind Teil einer Legende, die ab dem 3. Jahrhundert verebietet wurde. Zu den „Weisen aus dem Morgenland“ wurden sie erst durch Martin Luther, weil er die „Könige“ nicht in der Bibel fand und daher die magoi als „Weise“ interpretierte.

Bis morgen!

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