4. Türchen: Die heilige Barbara

Barbara war die Tochter von Dioscuros (oder Dioskoros). Ihre Existenz ist jedoch historisch nicht belegt, doch die sich um sie rankende Legende lebt bis heute weiter. Ihr Namenstag ist der 4. Dezember.

Die Legende

Die heilige Barbara wuchs am Ende des 3. Jahrhunderts in reichen Verhältnissen auf in Nikodemia (dem heutigen İzmit/Türkei) auf. Ihr Vater Dioscuros war der Legende nach entweder einwohlhabender Kaufmann oder ein Angehöriger der kaiserlichen Leibwache, der versuchte, seine hübsche Tochter von der Außenwelt abzuschirmen, aus Eifersucht oder weil er bereits einen Ehemann vom römischen Kaierhof für sie ausgesucht hatte. daher bewohnte Barbara einen eigens für sie errichteten Turm, in dessen Abgeschiedenheit sie sich zum Christentum bekehrte. Sie ließ sich in ihr Badezimmer als Lobpreis der göttlichen Dreifaltigkeit ein drittes Fenster einbauen.

Während einer Reise ihres Vater ließ sich Barbara heimlich taufen, der Legende nach in einem heidnischen Opferbecken. Als Dioscuros nach seiner Rückkehr von der Taufe seiner Tochter erfuhr, konnte er sie weder durch Peinigungen noch durch Geschenke davon überzeugen, ihren neuen Glauben abzulegen. So beschloß er, Barbara zu töten. Sie floh jedoch durch einen Felsspalt, wurde aber von einem Hirten an ihren Vater verraten. Der Hirte wurde daraufhin in einen Stein (einer anderen Überlieferung nach in einen Mistkäfer) verwandelt.

Dioscuros übergab seine Tochter Barbara an den römischen Statthalter Marcianus. Dieser verurteilte sie zum Tode. Das Todesurteil soll auf Bitten des Vaters von ihm – Dioscuros selbst – vollstreckt worden sein.

Die Heilige

Ihre Standhaftigkeit im Glaube brachte Barbara die Funktion als Schutzpatronin der Wehrhaftigkeit und Artillerie ein. Es wird vermutet, dass diese Funktion von Spanien in Zeiten ausging, in denen die Reconquista (sprich: Rekonkihsta), die „Rückeroberung“ der iberischen Halbinsel, im Gange war.  Der Sage nach konnten die christlichen Soldaten der spanischen Armee eine heidnische Stadt nicht erobern, da ihre Geschosse die Stadtmauern nicht durchdringen wollten. Sie riefen die heilige Barbara an und in der Folge ließen die Kanonenkugeln der Geschütze die Mauern einstürzen. Auf dem Rückweg stellten die christlichen Soldaten zum Dank in der Pulverkammer ein Bildnis der Heiligen auf. Als auf einem ihrer Schiffe Feuer ausbrach, erlosch dieses wie durch ein Wunder in der Nähe des Barbara-Bildnisses. Seitdem ist Barbara auch die Schutzpatronin der Büchsenmacher.
Diese Überlieferung hat sich in der spanischen Sprache gehalten, in der die Pulverkammern bzw. heute die Munitionslager auf Schiffen nachwie vor als Santabárbara bezeichnet werden.

Der Legende nach soll Barbara auch von einem Felsen geschützt sein, der sich öffnete und sie versteckte. Aus diesem Grunde wurde sie auch zur Schutzheiligen der Bergleute.

Seit dem Mittelalter zählt Barbara zu den 14 Nothelfern, innerhalb derer sie mit Katharina von Alexandrien und Margareta von Antiochia die sogenannten „drei heiligen Madln“ bildet.

Die Darstellung

Dargestellt wird die Heilige mit einem dreifenstrigen Turm, Kelch, Hostie, Märtyrerpalme, Schwert oder Fackel. Die Fackel deutet einerseits auf die Feuer hin, die auf Schiffen im Angesicht des Barbara-Bildnisses erloschen, zum anderen darauf, dass sie vor ihrer Enthauptung mit brennenden Fackeln gequält worden sein soll.

Der Turm der heiligen Barbara gilt heute als Symbol für Wehr- und Standhaftigkeit.Die drei Fenster wiederum stellen die christliche Dreifaltigkeit dar.

Da Barbara auch die Schutzpatronin der Sterbenden gilt, heißt es, dass kein Sterbernder, der die heilige Barbara anruft, ohne Sterbesakramente gehen wird. U.a. dafür steht die Hostie.

Der Barbarazweig

Die Darstellung der Märtyrerpalme im Zusammenhang mit der heiligen Barbara hat im Lauf der Zeit eine ganz eigene Entwicklung genommen. In der christlichen Ikonografie steht die Märtyrerpalme als Symbol eines und einer Heiligen. Daraus entstand der Brauch, zum Barbaratag am 4. Dezember Palmenzweige, später auch Obstbaumzweige oder Forsythien zu schneiden und in einer Vase aufzustellen. Die heilige Barabara soll bei der Überantwortung ins Gefängnis an einem Zweig hängen geblieben sein. Diesen stellte sie in ein Gefäß mit Wasser und er blühte an jenem Tag, an dem sie zum Tode verurteilt wurde.
Wenn die aufgestellten Zweige über Weihnachten blühen, gilt dies als gutes Omen für das darauffolgende Jahr.

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