5. Türchen: Woher kommt Navidad?

Navidad ist die spanische Bezeichnung für Weihnachten. Es leitet sich von lateinisch nativitas, ‘Geburt’ bzw. [dies] natalis, ‘Tag der Geburt’ ab. Die Begriffe gehen auf das lateinische Verb nascor, ‘geboren werden’ zurück.
Damit steht Navidad für Feier der Geburt Jesu Christi.

Auch in anderen romanischen Sprachen stammt die Bezeichnung für Weihnachten aus dem Lateinischen, etwa Katalanisch Nadal, Französisch Noël, Portugiesisch Natal oder Italienisch Natale. Das Rumänische weicht mit Crăciun ab. Ein interessanter Aspekt ist, dass das türkische Wort noel aus dem Französischen entlehnt wurde.

Doch zurück zum Spanischen. Nicht nur Navidad leitet sich aus dem Lateinischen her, sondern auch diespanische Bezeichnung für „(liturgische) Weihnachtsgeschichte“, nämlich Natividad. abei handelt es sich um die Kurzform für Natividad de Nuestro Señor Jesucristo (dt.: Weihnachtsgeschichte unseres Herrn Jesus Christus“). Im christlichen Kulturraum wird die Weihnachtsgeschichte, meist nach dem Lukas-Evangelium, über verschiedene Gottesdienste verteilt am Heiligen Abend (24. Dezember) und am Weihnachtstag (25. Dezember) erzählt.

Die lateinische Herkunft hat sich auch in verschiedenen Vornamen gehalten. So zählt Das große Vornamenlexikon von Duden (Berlin, 2014) verschiedene weihnachtliche Vornamen auf:

„Noel: männl. Vorn. zu französ. Noël „Weihnachten“, auch im Englischen [’noʊəl] geläufig. Französische Schreibweise: Noël.
Noelle [nɔ’ɛl]: weibl. Vorn., weibl. Form von Noel. Französische Schreibung: Noëlle.

Natalie, (auch:) Natalia; Nathalie: weibl. Vorn. lateinischen Ursprungs, „die am Geburtstag Christi (Weihnachten) Geborene“ (zu lat. [diēs] nātālis „[Tag der] Geburt“, womit zunächst das heidnische Fest natalis Solis invicti gemeint war, der Geburtstag des unbesiegten Sonnengottes; frühestens seit dem 4. Jh. wurde der Name auch auf das Fest von Christi Geburt bezogen). Der Name wurde häufig in der Dichtung verwendet, z. B. von Goethe im Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ (1795/96) und von Kleist im Schauspiel „Prinz Friedrich von Homburg“ (1821). Eine weitere literarische Gestalt ist die Natalie in Stifters Roman „Der Nachsommer“ (1857). Der Name, der im 19. Jh. recht beliebt war, wurde Ende der 1960er-Jahre neu belebt.

Bekannte Namensträgerinnen: die heilige Natalia von Nikomedien (3./4. Jh.); NAMENSTAG: 1. Dezember; Natalia Ginzburg, italienische Schriftstellerin (20. Jh.); Natalie Imbruglia, australische Schauspielerin und Popsängerin (20./21. Jh.). Natalie Portman, israelisch-amerikanische Schauspielerin (20./21. Jh.). Französ. Formen: Natalie, Nathalie. Engl. Form: Natalie [’nætəlɪ]. Russ. Form: Natạlja.“

In Spanien sind insbesondere die Vornamen Natividad (Kurzform Nati) und Natalia bekannt und leiten sich vom gleichen lateinischen Wortstamm ab.

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