Die Fedcon 2013 – 2. Tag

Unter sprachlichen Aspekten war am zweiten Tag der FedCon 22 einiges los. Insbesondere in Bezug auf die anwesenden Schauspieler gibt es viel zu erzählen.

Linda Park spielte Hoshi Sato

Zunächst stand, wie gestern bereits berichtet, das Panel – also die Frage-Antwortstunde – mit Linda Park an. Sie war ein interessanter Gast, der gerne auf die vielen Fragen des Publikums antwortete, ausführlich, aber nicht zu lang. Auf die Frage eines Fans, wo sie denn aufgewachsen sei, antwortete die Schauspielerin, sie sei in Südkorea geboren, aber schon als kleines Mädchen in die USA gekommen. Neben Englisch, so berichtete Linda Park, hätte sie von ihren Eltern auch Koreanisch gelernt. Da Südkoreaner viel Wrt aufs Geldverdienen legten, hätten ihr ihre Eltern zumindest Entschlossenheit und harte Arbeit zum Erreichen ihrer Ziele im Leben mit auf den Weg gegeben, Eigenschaften, die ihr auf ihrem beruflichen Weg geholfen haben.
Außer Englisch und Koreanisch spricht die Schauspielerin auch noch etwas Französisch, das wohl wieder besser würde, wenn sie einige Zeit in Frankreich wäre. Gerne würde sie auch noch mehr Sprachen sprechen. Welche sie genau meinte, erwähnte sie allerdings nicht.
Auf die Frage, ob ihr ihr bikultureller und zweisprachiger Hintergrund dabei geholfen hätten, die Rolle der Hoshi Sato auszufüllen, beantwortete sie mit ja, weil sie es gewohnt sei, in mehr als einer Sprache zu kommunizieren. Für die Rolle musste Linda mehrere Star-Trek-Sprachen, u.a. Klingonisch, lernen, was ihr dadurch erleichtert wurde, dass sie es durch Englisch und Koreanisch bereits gewohnt war, Laute in verschiedenen Bereichen im Mund auszusprechen. Allerdings musste sie auch verstehen, was sie in der jeweiligen Star-Trek-Sprache sagte, um die Worte entprechend mit Emotionen, Gestik und Mimik unterlegen konnte. Außerdem wurde sie während der Dreharbeiten immer verbessert, wenn sie etwas falsch sagte.
Insgesamt war es schönes und interessantes Panel.

Mark Allen Shepherd (Morn)

Nicht ganz unerwartet kam der linguistische Aspekt auf dem Panel von Mark Allen Shepherd. Immerhin spielte er den wohl beliebstesten wiederkehrenden Nebendarsteller ohne Sprechrolle in der dritten Star-Trek-Serie, Star Trek: Deep Space Nine. In 91 Deep-Space-Nine-Folgen sowie jeweils einem Gastauftritt in Star Trek: The Next Generation und Star Trek: Voyager sprach er nicht einziges Wort – zumindest in den englischsprachigen Folgen nicht. In der deutschen Synchronisation bekam er immerhin zwei Sätze in der Episode „Der Plan des Dominion“ (Staffel 2 Folge 26), die im Original nicht vorkommen: „Ach, äh…“ und „Dann nicht.“ Ein Running Gag war allerdings, dass andere Besatzungsmitglieder von Deep Space Nine immer wieder sagten, Morn rede wie ein Wasserfall. Mark Allen Shepherd erzählte auch, er wäre nie im Abspann erwähnt worden. (Anm. v. Traduteca: Immerhin war Morn so wichtig, dass er eine eigene Folge bekam, nämlich Wer trauert um Morn?“ (Engl.: Who mourns Morn?, Staffel 6, Folge 12), wobei engl. to mourn auf Deutsch trauern bedeutet.)
Schön waren auch die 10 Lieblingssätze von Morn, wenn er etwas gesagt hätte, die Mark Allen Shepherd zum Besten gab – auf Deutsch! Da er seit 2002 in Deutschland lebt, spricht er auch einigermaßen Deutsch.
Sonst noch erwähnenwert ist, dass er mit seiner deutschen Frau und den beiden Kindern auf der Con war. Seine Kinder kamen zwischendurch auch auf die Bühne. Mark Allen Shepherd erzählte auch viel zum Thema Umweltschutz und Biodiversität, meinte aber kurz darauf, dass er da wäre, um die Fans zu unterhalten und nicht zu predigen. Trotzdem scheint Umweltschutz ein wichtiges Thema für den Schauspieler, die heute Tai Chi und Qi Gong unterrichtet, sehr wichtig zu sein.
Wie sehr der Schauspieler an morn hängt, zeigt auch das folgende Video, das er selbst erstellt hat:
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=WLNZmo_klRQ?rel=0]

Star Trek in wissenschaftlichen Arbeiten

Einen interessanten Vortrag hielt Stephanie Esser zu Star Trek in der Wissenschaft. Der sprachliche Aspekt spielte hier eine untergeordnete Rolle, da die großen Themen eindeutig Politik, Sex und Technik/Naturwissenschaften waren. Der linguistische Ausflug in diesem Vortrag wies darauf hin, dass Star-Trek-Fans wohl schon in den 70er Jahren – der genannte Artikel stammte aus dem Jahr 1978 – einen eigenen Slang entwickelt hatten. Hervorgehoben wurde, dass wohl die Trekker die echten Fans wären und sich die Trekkies als „Unwissende“ zu erkenen geben würden. Aus dem Publikum kam hier der Einwurf, dass das im Deutschen wohl anders ist, da vermutlich die Ausprache von Trekker bereits anders belegt nämlich mit Trecker wie Traktor.
Stephanie Esser stellt noch heraus, dass Star-Trek-Fans bestimmte Abkürzungen verwenden, z.B. Con für Convention oder -zine in Neuschöpfungen wie Fanzine, also einem Magazin für Fans.
Wer hier noch genauer nachlesen, der betreffende Artikel heißt Star Trek Lives: Trekker Slang (1978).

Weiterhin viel Spaß auf der FedCon wünscht der Übersetzerblog von Traduteca.

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