Tipps zur Vorbereitung von Texten für die Übersetzung

Heute morgen habe ich mich wieder geärgert über einen schlecht geschriebenen Text, den ich übersetzen soll. Denn eines der Kriterien, von denen eine gute Übersetzung abhängt, ist ein guter Ausgangstext. Oft kostet ein schlecht geschriebenes Dokument sehr viel Zeit, Anstrengung und Geld, insbesondere den Übersetzer. Der muss nachfragen, aufwändige Recherche betreiben und sich mit Textfehlern herumschlagen, die bei einer guten Vorbereitung durch den Auftraggeber vermieden oder zumindest doch deutlich reduziert werden könnten. Denn es ist in der Übersetzerbranche ein ungeschriebenes Gesetz, dass ein schlechter Ausgangstext niemals eine gute Übersetzung werden kann.
Daher erhalten Sie hier einige Tipps für Dokumente, die Sie zum Übersetzen herausgeben möchten. Diese Hinweise werden Ihnen helfen, die Übersetzung schneller, einfacher und genauer zu gestalten – damit Ihr Text auch in Zielsprache qualitativ hochwertig bleibt.

  • Schreiben Sie klar und einfach. Wenn das zu übersetzende Dokument in der Ausgangssprache verwirrend ist, ist es höchstwahrscheinlich auch in der Zielsprache verwirrend. Oder der Übersetzer braucht länger, um die Übersetzung abzuschließen. Je deutlicher und klarer Sie schreiben, um so schneller und besser erhalten Sie Ihren übersetzten Text zurück. Zudem wird auch Ihre Botschaft im übersetzten Text wesentlich klarer vermittelt und erreicht Ihre Kunden besser.
  • Beenden Sie den Text, bevor Sie ihn zum Übersetzen herausgeben. Änderungen am Dokument, nachdem der Übersetzer bereits seine Arbeit aufgenommen, kann zu Mehrkosten führen und ist zudem zeitaufwändiger. Ersparen Sie also sowohl sich als auch Ihrem Übersetzer zusätzliche Mühen.
  • Vermeiden Sie Slang und kulturspezifische Ausdrücke, die nur in Ihrem Land relevant sind. Nutzen Sie Fachssprache nach Möglichkeit nur da, wo sie erforderlich ist, etwa bei texten für ein fachpublikum. Verwenden Sie stattdessen einfache, allgemeine Sprache, die im Ausgangstext leicht verstanden wird. Nicht nur Ihr Übersetzer, sondern auch Ihr Zielpublikum wird es Ihnen danken!
  • Die Satzlänge in Ihrem Text sollte nach Möglichkeit 20 Wörter nicht übersteigen. Der Grund dafür ist, dass Sätze sonst deutlich schwerer zu verstehen sind. Dies führt oft zu Missverständnissen, worunter wiederum die Qualität des übersetzten Texts leidet. Versuchen Sie, nur einen Hauptgedanken pro Satz zur Sprache zu bringen.
  • Geben Sie Ihrem Übersetzer zusätzliche Informationen zum Text, etwa Definitionen für Akronyme und Fachausdrücke, Hinweise zum Zielpublikum, zur Zielkultur usw. Jede Zusatzinformation hilft Ihrem Übersetzer, den übersetzten Text noch besser zu machen und noch individueller an Ihre Wünsche anzupassen.
  • Denken Sie daran, dass freiberufliche Übersetzer nicht ständig und auch nicht ausschließlich für Sie arbeiten. Helfen Sie also Ihrem Übersetzer, sich in Ihr Thema und Ihre Sprache einzuarbeiten, etwa durch die Bereitstellung von Fachbegriffen, die Sie auch in der Firma verwenden. Auch hier gilt wieder: Um so mehr Sie den Übersetzer unterstützen, desto hochwertiger wird die gelieferte Übersetzung.

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